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04.10.2019, 19:00 Uhr
Eintritt: 15,-/ 10,- €
Alfred Schnittke Akademie International, Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg


Vor einigen Jahren erschien er erstmalig in der Akademie, im Rahmen eines Klavierwett-bewerbes. Er spielte Bach und Beethoven. Und man horchte auf, und man sah einen bescheidenen, bald schüchternen jungen Mann am Klavier, der die ersten Takte vorsichtig in den Raum schickte, wie lauschend, auf der Suche nach der rechten Resonanz, im Raume, aber auch im Herzen der Hörer. Und dann war alles irgendwie neu, unmittelbar, authentisch, als würde das Spiel zu einer Musik, die erst in diesem Moment neu geschaffen wurde. Altvertrautes und doch ganz erhebend, neu.

Es gibt sie vielfach, diese hochbegabten Virtuosen, die uns die bekannten Werke brillant vortragen, aber nur sehr wenige, die uns darüber hinaus an dem Atem der Neuschöpfung teilhaben lassen, uns erheben über unseren Alltag in die Sphäre des Ewig Gültigen, ob wir es denn wahrnehmen oder nicht.

So schrieb er einmal über seine Arbeit an den Goldberg-Variationen: „I want to find many venues to play it as possible, as most likely this is one of the most important pieces I’ve played so far, and what I will ever play. A life-long challenge. Thinking about a recording in 2-3 years, maybe, and every performance now seems to be important.“

Miłosz Sroczyński, geboren in Posen (Polen), begann seine Klavierausbildung im Alter von 5 Jahren und schloss sie 2018 an der Hochschule für Musik in Genf ab, in der Meisterklasse von Cédric Pescia. Derzeit studiert er weiter in Zürich bei Konstantin Scherbakov und in Hannover bei Ewa Kupiec und Teppo Koivisto.
Mit großartigen Künstlern konnte er zusammen arbeiten, darunter Janina Fialkowska, Matti Raekallio, Dmitri Bashkirov, Emanuel Krasovsky, Frank Lévy, Piotr Machnik, Denes Varjon, Konstanze Eickhorst, Corina Belcea, Helmut Deutsch.
Auch als ein gefragter Liedbegleiter hat er bereits Bekanntheit erlangt, des Weiteren forscht er über klassische Hammerflügel und historische Aufführungspraxis mit Zvi Meniker und Pierre Goy.
Miłosz ist Preisträger vieler Klavierwettbewerbe in Rom, Alessandria und Nizza, war Finalist der Clamo Piano Competition in Murcia 2019 u.a. Er erhielt mehrere ausgezeichnete Stipendien in der Schweiz, Polen und Israel und konzertiert in den meisten Ländern Europas. Seine Auftritte wurden live im Polnischen Rundfunk übertragen. Bereits in diesem Jahr hat er Aufführungen von Bachs Goldberg-Variationen in Göteborg, Hamburg, London und Warschau durchzuführen, und er wird dort auch mit Orchestern auftreten.

Die Entstehung der Goldberg-Variationen ist unklar oder widersprüchlich. Die erste Drucklegung ist von 1741, 9 Jahre vor Bachs Tod. In Stil und Form reicht das Spektrum von einfachen Volksliedern bis zu anspruchsvollsten polyphonen Techniken, und von gesanglichen Liedern bis zu Werken, die ganz in der damals neuen Technik des Wohltemperierte Claviers geschaffen wurden. In einer überlegen disponierten Ordnung versammelt das Werk Kompositionsformen, die sowohl aus der Musikgeschichte als auch aus Bachs zeitgenössischen Musikarten schöpfen und sie zu einer lebendigen Einheit verbinden.