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24.11.2019, 19:30 Uhr
Eintritt: 15,-/ 10,- €
Alfred Schnittke Akademie International, Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg


Cellosonate (1978) / Klavierquintett (1976)

Agata Szymczewska, Violine
Robert Kowalski, Violine
Volodia Mykytka, Viola
Alexey Stadler, Violoncello
Juan Perez Floristan, Klavier

„Am 24.11.2019 wäre der Komponist Alfred Schnittke 85 Jahre alt geworden.
Die Besonderheit der Musik Schnittkes besteht darin, dass er Fragen aufwirft, auf die er keine Antworten bietet und sie auch nicht löst. Am Ende seiner Werke setzt er Gedankenpunkte, die die Zuhörer innerlich regsam werden lassen, in dem er zum Nachdenken über wichtige philosophische Fragen einläd. Es ist kein Wunder, dass die Polystilistik eine der Lieblingsmethoden des Komponisten ist. Sie ist folgerichtig, wenn man auf Schnittkes Wirken schaut, mit dem er stets das Unvereinbare zu vereinigen versuchte.
Das ganze Leben des Komponisten, der seine letzten Jahre in Hamburg verbrachte, war von den Themen des Auswahlproblems und Vereinigung des Unvereinbaren erfüllt. Kampf der gegenüberliegenden Kräfte, ungleichmäßiger Pulsschlag, Doppeldeutigkeit – darin besteht seine schöpferische Ader. Unruhige und scharfe Wahrnehmung der Welt zieht sich wie ein roter Faden durch alle Werke des Komponisten. Jede noch so einfache Erscheinung taucht bei ihm in den komplizierten Kontext begleitender Ereignisse ein oder kämpft im Sinne der Dualität mit seinem Gegenteil.
In diesem Konzert werden wir gemeinsam mit meinen Freunden und wunderbaren Musikern zwei bedeutsame Kammermusikwerke Schnittkes aufführen. In meinem Repertoire hat die 1. Cellosonate (1978) einen ganz besonderen Stellenwert. Diese Sonate steht für die hervorragendsten Besonderheiten des musikalischen Stils von Schnittke: die Polystilistik, Kontraste, Kampf der gegenüberliegenden Kräfte, unlösbare Fragen des Daseins. Heutzutage befindet sich diese Sonate bei den Konzertprogrammen und Musikwettbewerben in einer Reihe mit Sonaten von Beethoven, Brahms und Schubert.
Ein weiteres Werk, das wir aufführen werden, ist sein Klavierquintett (1976), das in der selben schöpferischen Periode geschrieben wurde und der verstorbenen Mutter des Komponisten gewidmet ist. Dieses Meisterwerk gehört, zusammen mit den Klavierquintetten von Schostakowitsch und Bartok, in der Musikliteratur für diese Besetzung zu den wichtigsten Werken 20. Jahrhunderts.
Wir laden Sie herzlich ein, zusammen mit uns die Musik Schnittkes an diesem besonderen Tag in der Schnittke-Akademie zu erleben!“

Alexey Stadler

 

Agata Szymczewska aus Polen ist die Gewinnerin des 2006 Henryk Wieniawski International Violin Wettbewerbs, der der Durchbruch für ihre eindrucksvolle, internationale Solo-Karriere wurde. Sie hatte als Gewinnerin des First London Music Masters Award ihr Debut 2009 in der Wigmore Hall und 2010 mit dem London Philharmonic Orchestra. Als Solistin trat sie mit namhaften Dirigenten wie Seiji Ozawa, Sir Neville Marriner und Krzystof Penderecki in der ganzen Welt auf. Zusammen mit führenden Künstler*innen unserer Zeit, wie Martha Agerich, Maxim Vengerov, Gidon Kremer und Anne-Sophie Mutter, war sie zudem auch als Kammermusikerin zu hören.

Robert Kowalski aus Polen ist derzeit erster Konzertmeister des Orchestra della Svizzera Italiana in Lugano. Er wird regelmässig als Solist wie auch als Kammermusiker zu Musikfestivals nach Deutschland, in die Schweiz, nach Italien, Polen, England, Israel, USA eingeladen und spielt in den großen Konzertsälen wie der Carnegie Hall in New York, der Walt Disney Hall in Los Angelos, im Kimmel Centre von Philadelphia, in der Musikhalle von Hamburg, im Mozarteum in Salzburg, und im Radiostudio Stelio Molo in Lugano. Er spielt auf einer Violine von G.B. Guadagnini „Ex Joachim“ aus dem Jahr 1767 aus der Kollektion der Stiftung „Pro Canale“, Mailand.

Volodia Mykytka aus der Ukraine gehört zu den vielseitigsten und gefragtesten Bratschisten der letzten Jahre. Als Solist, als Gründungsmitglied des Szymanowski Quartetts sowie als kammermusikalischer Partner konzertiert er in über 40 Ländern der Welt in so prestigeträchtigen Veranstaltungsorten wie der Carnegie Hall in New York, Londons Wigmore Hall, der Philharmonie de Paris, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Teatro Alfa Sao Paolo, dem Conservatory in Tel Aviv, der Shanghai Symphony Hall, dem Angel Place in Sydney und dem Konzerthaus Berlin.

Alexey Stadler aus St. Petersburg hat mit 4 Jahren des Cellospiel begonnen. Heute tritt er in den namhaftesten Zusammenhängen auf, mit Gidon Kremer, Yuri Bashmnet und Christian Tetzlaff, mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Mariinsky Orchester, den St. Petersburger Philharmonikern, dem London Chamber Orchestra, unter Valery Gergiev, Vladimir Ashkenazy u.a. Zahlreiche Preise und Stipendien, so z.B. beim TONALI – Wettbewerb, sprechen für sich.

Juan Pérez Floristán ist der Gewinner des 1. Preises und des Publikumspreises des Santander Piano Wettbewerbs „Paloma O’Shea“ 2015, des 1. Preises des Berlin Steinway Wettbewerbs 2015 und der Medaille der Stadt Sevilla. Er wurde im jungen Alter von 25 Jahren zum Maßstab für die neue Generation spanischer und europäischer Musiker. Sein Debut hatte er in einigen der berühmtesten Konzerthäusern der Welt, wie der Royal Albert Hall (zusammen mit dem BBC Philharmonic Orchestra während des Proms Festivals), Wigmore Hall in London, Herkulessaal in München, Tonhalle Zürich, St. Petersburg Philharmonie und der Béla Bartók Hall.

Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater, hat als Geiger, Dirigent, Komponist, als weitgereister Vortragsredner und als Lehrer einer ganzen Generation von Schülern die Musik als Spiegel und Begleiter der seelischen Entwicklung der Menschheit empfunden und dargestellt. Mit seinem phänomenologischen Blick für die Ereignisse und Prozesse in der Kunst- und Weltgeschichte vermag er stets eine lebendige, empathische Sicht auf das Geflecht von Vorder- und Hintergründigem zu wecken und fließend zu durchleuchten.