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02.12.2021, 19:30 Uhr
Eintritt: 20,- €/ 10,- €
Alfred Schnittke Akademie International, Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg


Christoph Bantzer liest aus »Nathan der Weise«,
Christiane Behn spielt aus der Sonate op.111 und den
späten Bagatellen.

Beethoven war ein Philosoph, der seine Gedanken in der Tonsprache ausdrückte. Seine letzten Werke schließen mit einer philosophisch-religiösen Aussage: Das Ästhetische wird durch das Ethische überwunden, wie Jan Cayers in seiner Biographie über Beethoven schreibt.
Der 2. Satz der op.111, die Arietta, ist ein Thema mit 5 Variationen, die über eine »Boogie-Woogie« Variation (so sagte Strawinsky) mit immer schnelleren Notenwerten in minimalistischen Veränderungen à la Steve Reich bis hin zu dreifach Trillern das Thema zu Notenstaub transzendieren. In der Ringparabel aus Nathan, dem Weisen, schreibt Lessing, dass das Kriterium für echte Religiosität allein Vernunft und moralische Wirkung ist. – Die Menschheit ist immer unterwegs auf der Suche nach Wahrheit und der Reinheit des moralischen
Gebots, welches letztendlich in der Liebe gipfelt.
Beide – Lessing und Beethoven – sind von diesem Wahrheits- gedanken beseelt. In den überlieferten Worten Beethovens heißt es – und Lessing hätte das gleiche sagen können: »Wohltun wo man kann – Freiheit über alles lieben – Wahrheit nie, auch sogar am Throne nicht, verleugnen.«