• Beginn:
  • Veranstaltungsort: Alfred Schnittke Akademie
  • Event: Kinderspiele,
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05.11.2017, 18:00 Uhr
Eintritt: 15,-/ 10,- €
Alfred Schnittke Akademie International, Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg


Kinderspiele –

–       alles andere als kinderleicht

Alan Newcombe & Stuart White, Klavier

Die Gattung „Klaviermusik zu vier Händen“ gilt im Allgemeinen mehr für den Hausgebrauch oder den Klavierunterricht bestimmt als für den Konzertsaal. Unser Programm mag „Kinderspiele“ heißen, aber diese kleinen Meisterwerke – kein Stück im Programm ist länger als 6 Minuten! – sind alles andere als kinderleicht zu spielen, verlangen sogar beträchtliche spieltechnische Fähigkeiten.

Viele Komponisten hatten ein Herz für Kinder.  Robert Schumanns „Kinderszenen“ und das „Album für die Jugend“ sind äußerst beliebt,  nicht zuletzt im Klavierunterricht. Seine „Stücke für kleine und große Kinder“ (1848) jedoch dürften weniger bekannt sein. Im späteren 19. Jahrhundert waren es  dann vor allem französische Tondichter wie Georges Bizet (Jeux d’enfants: 1871), Claude Debussy (Petite Suite: 1889) und Gabriel Fauré (Dolly Suite: 1896), die Beiträge zur Gattung  der vierhändigen Klavierliteratur schufen, zuweilen im Hinblick auf ein eigenes oder verwandtes Kind. Hier geht es um Versteckspiele, Schaukelpferde, Puppen, kleine Boote, Tanzspektakel – kurz um alles, was Kindern Spaß macht.

Die anderen Stücke in diesem Programm fallen insofern aus dem Rahmen als sie nicht für Kinder gedacht sind. Bei den „6 Stücken“  von Sergei Rachmaninovs (1894) schimmern aber  – wie oft in seiner Musik – Kindheitseindrücke hindurch, Glocken, russisch-orthodoxe Kirchenchöre, Volkslieder, Jahrmarktsklänge.  Die „Capriol Suite“  von Peter Warlock  – der Titel bezeichnet eine bestimmte Übung bei der Pferdedressur  – entstand 1926 als ein vierhändiges Klavierstück, doch wirklich bekannte geworden ist sie erst durch die spätere Orchesterfassung. Sie basiert auf altfranzösischen Tanzmelodien aus dem 16. Jahrhundert. Der dissonante Schluss vom letzten Stück „Mattachins“ (Schwerttanz) wurde, wie nicht zu überhören ist, durch Mozarts „Musikalischen Spaß“ beeinflusst.

PETER WARLOCK (1894-1930)

Capriol Suite basierend auf Tanzmelodien aus der „Orchésographie“ von Arbeaus (1588)

ROBERT SCHUMANN (1810-1856)
Vierhändige Klavierstücke für große und kleine Kinder, op.85:

SERGEI RACHMANINOV (1873-1943)
Sechs vierhändige Klavierstücke op.11

GABRIEL FAURÉ (1845-1924)
Dolly Suite op.56:

CLAUDE DEBUSSY (1862-1918)
Petite Suite

GEORGES BIZET (1838-1875)Jeux d’enfants (Kinderspiele):


ALAN NEWCOMBE

geboren 1957 in St. Helens (England). Erster Klavierunterricht im Alter von 5 Jahren. Musikschulabschluss mit besonderer Auszeichnung. 1973 Klavierdiplom des Trinity College of Music, London.  Anschließend Studien in Russisch und Französisch an der Oxford University.
Seit 1985 Pianist des Hildesheimer Klaviertrios.  Konzerttätigkeit als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter in vielen Ländern innerhalb und außerhalb Europas.
Er ist Booklet-Herausgeber und Repertoire-Berater für internationale Plattenfirmen.

STUART WHITE

Stuart White, wohnhaft in der Grafschaft Surrey in England, bekam schon sehr früh Klavierunterricht.  Später studierte er Musik an der Universität Oxford im Queen’s College. Mit einigen Mitstudenten, darunter Alan Newcombe, gründete er dort eine Matineekonzertreihe, die auch heute  noch jeden Samstag zur Mittagszeit stattfindet.  Danach qualifizierte sich Stuart White als Jurist, hat aber neben dem Berufsleben seine musikalischen Aktivitäten  nie vernachlässigt, als Pianist, als Kirchenorganist, als Chordirigent und -sänger. Er ist Mitglied des Harlequin Chamber Choir und des Royal School of Church Music Residentiary Choir. 2012 gründete er eine weitere, viel beachtete und erfolgreiche Konzertreihe in Bramley, Surrey.  Stuart White und  Alan Newcombe sind inzwischen als Duo-Pianisten gefragte Interpreten in der Bramley-Konzertreihe.